Große Brennnessel 
Urtica dioica

Bam, ↑↓ oberhalb Auenhütte Juli 2007

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Heilpflanze des Jahres 1996
Systematik
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Brennnesselgewächse (Urticaceae)
Tribus: Urticeae
Gattung: Brennnesseln (Urtica)
Art: Große Brennnessel
Wissenschaftlicher Name
Urtica dioica  L.
Merkmale
Icon_Jupiter_ausdauernd    VI-X    60-150 cm    Icon_Heilpflanze   Icon_essbar
Stängel aufrecht, stark kantig;
Blätter gegenständig, oberseits dunkelgrün, unterseits behaart; Blattrand gesägt, selten doppelt gesägt;
Blüten unscheinbar grünlich oder bräunlich, männliche aufrecht, weiblich hängend oder zurückgebogen.
Vorkommen
Die Große Brennnessel ist überall auf der Nordhalbkugel abseits der Tropen und arktischer Regionen heimisch.
Die Pflanze ist ein typischer Stickstoffzeiger und wurde durch Nährstoffeintrag (Eutrophierung) und Entwässerung von Auwäldern und besonders im Saumbereich der Wälder oft übermäßig stark gefördert. In den Allgäuer Alpen steigt die Art  bis zu 2100 m  auf.
Gefährdung
RLVlbg: -/- | D: -/- | CH: -/-
Juckreiz
Die Stängel, Blattstiele und besonders die Blätter der Brennnessel sind mit Nesselhaaren ausgestattet, deren Inhalt (Acetylcholin, Histamin, Serotonin) bei Berührung brennenden Juckreiz verursacht. Diese Brennhaare wirken als Schutzmechanismus gegen Fraßfeinde. Es sind lange einzellige Röhren, deren Wände im oberen Teil durch eingelagerte Kieselsäure hart und spröde wie Glas sind. Das untere, flexiblere Ende ist stark angeschwollen, mit Brennflüssigkeit gefüllt und in einen Zellbecher eingesenkt, die Spitze besteht aus einem seitwärts gerichteten Köpfchen, unter dem durch die hier sehr dünne Wand eine Art Sollbruchstelle vorhanden ist.
Das Köpfchen kann schon bei einer leichten Berührung abbrechen und hinterlässt eine schräge, scharfe Bruchstelle, ähnlich der einer medizinischen Spritzenkanüle. Bei Kontakt sticht das Härchen in die Haut des Opfers und sein ameisensäurehaltiger Inhalt spritzt mit Druck in die Wunde und verursacht brennenden Schmerz sowie oft auch Entzündungen und die erwähnten Quaddeln.
Verwendung
Textilfaser
Die Große Brennnessel war bis ins 19. Jahrhundert wegen ihrer Bastfasern eine wichtige Faserpflanze, vorzüglich geeignet beispielsweise für feste Stoffe, Netze oder Stricke, geriet aber wegen ihrer mangelnden industriellen Verarbeitbarkeit ins Vergessen. Erst in den 1990er Jahren wurde von einem Stoffkontor in Lüchow wieder mit der Herstellung von Nesseltuch begonnen.
Pflanzenschutzmittel
Brennnesselabkochungen werden wegen der enthaltenen Kieselsäure gern als Pflanzenstärkungsmittel gegen saugende Insekten eingesetzt, eine Jauche ist ein wertvoller Dünger.
Küche
Die jungen Triebe der Brennnessel ergeben ein nahrhaftes, wohlschmeckendes Wildgemüse.
Aus den Samen kann ein hochwertiges Speiseöl gewonnen werden.
Siehe auch Icon_Link_extern Brennnessel im Wildkräuterlexikon von smoothie-mixer.de
Heilpflanze
Schon im Altertum und Mittelalter war die Brennnessel als wichtige Heilpflanze bekannt. Dioskurides, Paracelsus und Hildegard von Bingen erwähnen sie in ihren Schriften.
Zu Wirkstoffen und heutigen Anwendungsmöglichkeiten ein guter Artikel Icon_Link_extern Große Brennnessel Icon_pdf von Claudia Stern (Mitinhaberin und Dozentin der Freiburger Heilpflanzenschule)
Filmtipp
Icon_Link_extern Film Die Brennnessel aus der Serie Geheimnisvolle Pflanzen
Quellenangabe und Links
Textquelle: Icon_Link_extern Große Brennnessel bei Wikipedia
Icon_Link_extern Urtica dioica bei infoflora.ch
Kleiner Fuchs  Aglais urticae
Der Name Aglais urticae leitet sich ab von gr. Aglaia  (die jüngste der drei Grazien) und lat. urtica (die Nessel) und beschreibt die grazile Gestalt des Falters sowie die Brennnessel als Futterpflanze.
Die Tiere sind Wanderfalter und zwar Binnenwanderer erster Ordnung. Sie unternehmen innerhalb ihres Verbreitungsgebietes kürzere Wanderungen. So fliegen sie beispielsweise im Herbst oftmals aus dem Gebirge in die wärmeren Tieflagen und die nächste Generation im Frühsommer wieder zurück. Sie werden oft bei der Gipfelbalz beobachtet: auf der Suche nach Geschlechtspartnern segeln sie an markanten Erhebungen wie Bergkuppen und Gipfeln immer wieder den Hang hinab.
Im Kleinwalsertal sind sie sehr häufig zu beobachten.
Die Raupen (siehe Bild oben) ernähren sich fast ausschließlich (monophag) von Großer Brennnessel (Urtica dioica); da die Brennnessel bevorzugt auf stickstoffreichen Böden vorkommt, ist der Falter dort besonders häufig.
Quellenangabe
Textquelle: Icon_Link_extern Aglais urticae bei Wikipedia